Dieses bekannte Zitat von Adolph Kolping drückt genau das aus, was uns als Kolpingsfamilie Bobingen immer wieder antreibt und motiviert, wenn es um neue Projekte innerhalb unseres Vereins geht.
Mit der feierlichen Einweihung des Schmetterlingsgrabes in Bobingen am 28.05.2011 fand das Gemeinschaftsprojekt der Kolpingsfamilie Bobingen und des ortsansässigen Hospizvereins einen würdigen Abschluss und gleichzeitig einen guten Start.
Seit mehr als 2 Jahren arbeitete die Kolpingsfamilie Bobingen in enger Kooperation mit dem Hospizverein an diesem Großprojekt. Um Eltern eine würdige Möglichkeit für ein Begräbnis ihrer Kinder zu geben und einen Ort für Trost in schweren Stunden zu schaffen, setzte man sich in Bobingen gemeinsam an einen Tisch und leistete viel Planungs-, aber auch viel Überzeugungsarbeit.
Dass auch eine Fehlgeburt der Tod eines Kindes ist, der eine Familie ein Leben lang prägt, dafür entsteht erst in den letzten Jahren langsam ein Bewusstsein in unserer Gesellschaft. Die Föten dieser Kinder wurden im medizinischen Abfall entsorgt, was für die Eltern, die das zu dem Zeitpunkt nicht wussten, später zu einer schlimmen Wahrheit wurde, die Sie oft noch Jahrzehnte verfolgte.
Die Kolpingsfamilie und die Hospizgruppe waren sich von Anfang ihres Projektes in einem Gedanken ganz nah:
Für die Eltern sind es IHRE Kinder die versterben. Das Stadium ihrer Entwicklung oder gar das Gewicht darf nicht darüber entscheiden, ob Eltern ihre Kinder würdevoll bestatten dürfen, um auch einen Ort für ihre Trauer aufsuchen zu können.
Gemeinsam betraten beide Vereine dieses Neuland, und ergänzten sich hervorragend – auf der einen Seite das handwerkliche Geschick, auf der anderen die Erfahrung mit Betroffenen. Die Idee und Planung musste lange Zeit reifen und wachsen, die Details des Konzeptes schlüssig ausgearbeitet werden, Abstimmungen mit der Stadt Bobingen, den Krankenhäusern und vielen anderen getroffen werden – und alles mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit dieses Projektes gewährleisten zu können. Glücklicherweise fanden sich in der Stadt Bobingen, der Raiffeisenbank Bobingen und dem Vorstand der LEW, sowie vielen Handwerksbetrieben zahlreiche Sponsoren, die das Projekt sehr großzügig finanziell sowie mit Material- und Arbeitsleistung unterstützen.
Und auch die Mitglieder beider Vereine leisteten viele Arbeitseinsätze bis sich das Schmetterlingsgrab von einer Friedhofswiese in einen wunderschönen und friedlichen Ort verwandelte.
„Trauer braucht einen Ort an dem sie sich langsam in liebendes Gedenken wandeln darf.“
Mehrmals im Jahr werden hier künftig die frühverstorbenen Kinder in einer ökumenischen Trauerfeier unter Teilnahme der Eltern, ihrer Familien und Freunde im Schmetterlingsgrab beigesetzt werden können. Hier finden sie einen Ort des Gedenkens und des Innehaltens.
Die über 130 Gäste der feierlichen Einweihung konnten neben der gelungenen musikalischen Umrahmung und den Ansprachen von 1. Vorsitzenden Robert Hitzelberger und der Leiterin der Hospizgruppe Mariella Wollner sowie Bürgermeister Bernd Müller und den anderen Sponsoren, in einem Lichtritual den letzten Weg der Kinder verfolgen. Abschließend wurde die ökumenische Grabstelle von den örtlichen Geistlichen: Dekan und Präses Thomas Rauch, Pfarrer Pluta sowie Pfarrerin Rehner und Pfarrer Lukas von der evangelischen Kirche feierlich gesegnet.
„Ich bin nicht tot – ich tausche nur die Räume. Ich lebe in Euch – ich gehe in eure Träume“
lautet der Spruch auf der Grabstehle des neu eingeweihten Schmetterlingsgrabes in Bobingen
Beim anschließenden Stehempfang im Laurentiushaus Bobingen waren sich alle Anwesenden einig:
Dieses Projekt ist wirklich gelungen.
Ansprechpartner für betroffene Familien:
Ökumenische Hospizgruppe Bobingen e.V.
Hochstraße 2
86399 Bobingen
Tel: 08234 / 99 86 457
Einweihung Schmetterlingsgrab
„Die Nöte der Zeit werden euch lehren was zu tun ist.“
Zurück zu: Aktuelles356 Tage
31.Mai 2011



Kolping Bobingen





